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Eine Leiche zum Jubiläum


Scheyern (eg) Ein „doppeltes“ Jubiläum gilt es heuer bei der Scheyerer Bühne zu feiern: Der Theaterverein feiert sein 20-jähriges Bestehen, und das Modehaus Sandhofer, in dem die aktuelle Kriminalkomödie „Leiche auf Abwegen“ von Heide Faltlhauser spielt, feiert den 40. Geburtstag.

Bei diesen „Doppeljubiläum“ kommt eine Leiche gerade recht – vor allem, wenn es genügend Verwicklungen und viel zu lachen gibt. Dafür sorgen die engagierten Darsteller mit ihrer humoristischen Ader und ihrem Wortwitz, so dass es nicht nur bei der Premiere reichen Beifall gab, sondern – die Scheyerer lieben ihre „Theaterer“ – bereits alle elf Vorstellungen ausverkauft sind.

Stress pur herrscht im Modehaus, weil das 40-jährige Betriebsjubiläum bevorsteht, alles noch vorzubereiten ist und die Angestellten überlegen, was sie ihrer Chefin zu diesem Anlass schenken könnten. Und dann entdeckt eine Kundin im Aufenthaltsraum des Modehauses noch eine Leiche. Natürlich wird die Polizei eingeschaltet. Kundin, Chefin und Polizist versuchen zu ermitteln, die Leiche ist plötzlich verschwunden, das Geschenk übrigens auch, Verdächtige tauchen auf, sogar ein vermeintlicher Berufskiller von der Mafia, bis sich dann alles in Wohlgefallen auflöst und das Jubiläum doch gefeiert werden kann. Die Scheyerer Bühne lebt von dem großen schauspielerischen Talent ihrer Mitwirkenden. Ein Genuss war wieder Emma Bucher als Chefin des Modehauses, ebenso wie ihr modebewusster, die Damen umschwärmender Dekorateur Edmund, gespielt von Siegfried Einödshofer, der schon beim ersten Auftritt mit spontanem Beifall bedacht wurde.

Exaltiert die Kundin Frau Raschbichler alias Irma Schmutterer, die die Leiche entdeckt. Nicht mit besonders großen Geistesgaben gesegnet ist allerdings der Polizist Karl Singer, dargestellt von Sepp Gremminger. Philipp Kalthoff spielte den italienischen Inhaber eines Party-Services namens Angelo überzeugend: erst von Frau Raschbichler als Mafioso verdächtigt, dann als Liebhaber – allerdings vergeblich – begehrt. Auch Marianne Seltmann als Verkäuferin Elfie und Ramona Gremminger als Verkäuferin Susanne gefielen, und die Nebenrollen mit den „Entrümplern“ Stefan Koller und Norbert Häuslmeier waren ebenso perfekt besetzt wie die Rolle der Nadine, der Nichte von Frau Sandhofer, mit Miriam Seltmann.

Mit guten Einfällen – so der ständig wechselnden Platzierung des Ficus Benjamini im Aufenthaltsraum durch Susanne und Elfie – feierte Gerhard Euringer ein erfolgreiches Debüt als Regisseur. Das Bühnenbild, die Technik, Kostüme und Ausstattung passten ebenso wie Maske und Requisiten. Für die Bewirtung war in bewährter Manier gesorgt.

Dass es den Besuchern gefallen hatte, zeigte der reichliche Beifall am Ende, und dass es den Schauspielern selbst Spaß macht, beweist wohl am besten die Antwort von Siegfried Einödshofer auf die Frage, wie lange er noch spielen wolle: „Bis ich von der Bühne runterfalle!“

Quelle: Pfaffenhofener Kurier


Bericht von der Generalprobe


Scheyerer Bühne sucht die "Leiche auf Abwegen"

IDie erste Schaufensterpuppe des Modegeschäfts Sandhofer führt ausgerechnet kurz vor dem 40jährigen Geschäftsjubiläum zu Irritationen und Verwicklungen. Eine Kriminalkomödie von Heidi Faltlhauser hat sich die Scheyerer Bühne heuer ausgesucht, die Freunde des Laientheaters zu begeistern. Nach vielen Wochen der Proben gab es am Donnerstagabend die Generalprobe, bevor insgesamt 11 Aufführungen bis Mitte November ins Haus stehen.

Die Ausgangssituation ist wie geschaffen, zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen zu führen: die alte Schaufensterpuppe soll als Geschenk für die Chefin zu ihrem 40jährigen Geschäftsjubiläum des Modehauses hergerichtet werden, wird aber - so halb versteckt im Regal - von der allzu neugierigen Stammkundin Frau Raschbichler als Leiche interpretiert. Der Oberwachtmeister, der lieber seine Weißwürst hätte essen mögen, der Mafioso, der eigentlich das Buffett abservieren soll und nicht irgendwelche Personen sowie die Entsorger von Ramadama.de, die der Puppe / Leiche gar Beine verschaffen. Drunter und drüber geht's im Modehaus Sandhofer.

Hallertau.info durfte bei der Generalprobe dabei sein, daher hat dieser Bericht, die Bilder und das kurze Video etwas von Exklusivität. Man darf sehr gespannt sein auf die Premiere am 14.10. sowie die 10 folgenden Vorstellungen jeweils an den kommenden 4 Wochenenden. Nur: wer hier beim Lesen oder Schauen Geschmack gefunden hat, muss leider auch gleich wieder enttäuscht werden: die Vorstellungen sind durchwegs schon ausverkauft, noch bevor sich der Vorhang das erste Mal gehoben hat. Und wer schon Karten hat, dem können wir an dieser Stelle nur gratulieren! Es erwartet ihn eine tolle Verwechslungskomödie, garniert mit Missverständnissen und mit einzigartigen Charakteren.

Egal, ob Siegfried Einödshofer als Dekorateur Edmund von Anders-Herum, Irma Schmutterer als nervige Kundin Frau Raschbichler oder Sepp Gremminger als genervter, weil in seiner Ruhe gestörter Polizist Karl Singer - stellvertretend für alle sind diese 3 hier genannt, aber man kann nur konstatieren, dass das gesamte Ensemble einfach nur großartig ist. Lobenswert ist auch die Tatsache, dass die Scheyerer Bühne es immer wieder versteht, den Nachwuchs in seine Stücke zu integrieren. Bei der "Leiche auf Abwegen" spielen so Ramona Gremminger und Philipp Kalthoff mit, die im Sommer noch die Kinderaufführung "Frau Holle" der Jugendbühne mitgestaltet haben.

In Szene gesetzt wurde das diesjährige Stück von Gerhard Euringer, der damit seine Premiere als Regisseur gibt. Selbst aus dem Ensemble kommend, weiß er natürlich, wie er sein angestammtes Publikum im Scheyrer Theatersaal begeistern kann.

Dem Genre angemessen, gibt es zur Einstimmung des Publikums vor und nach den Pausen Lieder aus Krimiserien. Sehr schön ist auch die Idee, die Vorstellung mit einer Live-Aufführung des "Rosaroten Panthers", gespielt von Lukas Euringer, einzuläuten.

Quelle: Hallertau.Info