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Boarisch ist einfach universal einsetzbar

Scheyern (eg) Mit Barbara Lexa und Rupert Frank stellten sich in Scheyern zwei perfekt harmonierende Kabarettisten vor, bei denen man nicht weiß, was man mehr bewundern soll: ihre Musikalität oder ihren Wortwitz und ihre zungenbrecherische Sprachfertigkeit. Am besten staunt man über beides und freut sich über einen Abend mit einem etwa zweistündigen Programm, bei dem gewiss keine Langeweile aufkommt.

In seiner Begrüßung meinte Siegfried Einödshofer vom Theaterverein Scheyrer Bühne, man habe überlegt, ob man einen Simultandolmetscher einsetzen solle, da es ja auch Leute gebe, die der bayrischen Sprache nicht so mächtig seien. Aber offensichtlich waren zumindest nur solche "Preußen" da, die den bayrischen Dialekt der beiden Künstler verstanden; denn nach der schriftdeutschen Begrüßung durch Rupert Frank ging’s "boarisch" weiter: "Wir bieten eich heit Kabarett, Musik, die zu Herzen geht." Und dieses Versprechen hielten die beiden auch ein. Sie gaben ihrem Programm sogar einen neuen Titel: "Sparmaßnahmen." Denn den alten: "Ansichten ohne Aussicht auf Durchblick", den "hat nach zwei Wochen die CSU abgekupfert".

Aber sie nahmen nicht nur die Politik auf den Arm, sondern auch sich selbst: "Die Barbara schaugt so jung aus; wenn wir in a Metzgerei komma, kriagts jedes Mal a Radel Wurst gschenkt." Die biblische Erschaffung der Frau ließ Adam zuerst jubeln: "Reißts ma alle Rippen raus und machts ma lauter solche schene Weiber draus", aber nach einem Jahr: "Geh, setz ma bitte meine Rippen wieder ei!" Bairisches Chinesisch gab’s auch, zungenbrecherisch dargeboten mit passender Musikbegleitung von Barbara: "Bal i di aber oschau, bleib i fei oaschichtig glei."

Überhaupt zeigten sich die beiden, Barbara mit der Gitarre oder der Steirischen und Rupert mit seiner Ziehharmonika, als brillante Musiker, denen man auch hier gern zuhörte, ob beim Musette-Walzer oder beim französischen Chanson, natürlich auf Bairisch. Die moderne Kunst derbleckten sie so: "Wenns’d am Hund an Pinsel an Schwanz hibindst und eahm wedeln lasst, kimmt aa nix anders raus."

Und nach der Pause ging’s gleich so weiter. Rupert begann mit rückwärts gesprochenen Wörtern: "Gell, des klingt arabisch!", Barbara mit dem "Samba halb und halb", man erfuhr was "Kibotu" ist, nämlich Kinderbodenturnen und "Sebotu" das entsprechende für die Senioren. Als Fingerakrobat zeigte sich Rupert beim "langsamen Oberkrainer Landler", der natürlich immer schneller wurde, und an Valentin erinnerten Barbaras Homophone mit dem Wort "Würmer": " Heit is’s würmer." Und "Würmer no so an Schmarrn redn ko!" Und so ging’s weiter bis zum Schluss, wo Rupert zum Publikum bemerkte: "I hab mi verliebt in Sie. Wenn i mi zwischen Eahna und drei Wochen Malediven entscheiden müassat, i tat Sie sehr vermissen." Ich glaub, dem Publikum ging’s ähnlich; denn es erzwang mit Beifallsstürmen drei – natürlich gern gebotene – Zugaben.

Quelle: Pfaffenhofener Kurier

 

Mundartkabarett mal zwei

Barbara Lexa, die mit Sprache jongliert und brilliert, war schon als Solistin eine Sensation. Ihrem rasanten Tempo und den mit Wortwitz gespickten Sprachpyramiden zu folgen, ist Lust und zugleich Herausforderung. Nicht immer nur witzig – oft steckt auch sozialkritischer Inhalt in ihren Kreationen. Charmant verpackt und rhetorisch gepfeffert fordert sie ihr Publikum auf, sich die Lacher hart zu verdienen. Es heißt die Ohren spitzen, will man der Künstlerin folgen.

Zusammen mit ihrem Partner Rupert Frank, Akkordeonist und lyrischer Dichter, lebt sie das erste gemeinsame Bühenprogramm „Ansichten ohne Aussicht auf Durchblick“. Rupert Frank spielt Eigenkompositionen, oft angelehnt an das französische Chanson, und oft geht es dabei um Liebe. So auch in einem instrumentalen Walzer mit dem Titel „Barbara“, den Frank zusammen mit seiner Partnerin dem Scheyerer Publikum neben vielen anderen genialen Nummern charmant vorgestellt hat.

Ein Paar, das sich gefunden hat. Auf der Bühne des Lebens – und für das Leben auf der Bühne. Jeder für sich ist ein Talent, hat eine eigene Linie. Zusammen bilden sie eine Einheit, wie sie schöner nicht sein könnte. Barbara und Rupert – schön war’s, danke..!

Quelle: www.hallertau.info                                                                                           zur Homepage --> Mundartissimo

 
 
 

Fotos: Norbert Häuslmeier